Die Geschichte der Faserform


Verpackungen aus geformten Papierfasern werden schon seit über 100 Jahren hergestellt

Vor mehr als 100 Jahren begann der weltweite Siegeszug von Faserform. Wurden 1903 zunächst ausschließlich Teller und Tabletts aus der geformten Papierfaser hergestellt, dient Faserform heute als vielseitiges Verpackungsmaterial für Lebensmittel wie Eier,  Obst, Gemüse und Fleisch, aber auch für andere Produkte.

Die Geburtsstunde von Faserform schlug 1903, als Martin Keyes im US-Staat Maine die Keyes Fibre Company gründete, um hier aus Holzabfällen und Zellstoff Teller und Schalen herzustellen. Damit hatte Keyes den Grundstein für den weltweiten Siegeszug von Produkten aus geformter Papierfaser gelegt (Definition, siehe Kasten). Bald versorgte Keyes Bäckereien mit Kuchentabletts und -formen, Lebensmittelhändler mit Papptellern für Butter und andere Waren und Hausfrauen mit Picknick- und Haushaltsverpackungen.

1915 entwickelte er die ersten wasserbeständigen Teller aus Faserform, Ende der Zwanzigerjahre kam ein Einwegservice aus geformtem Papier dazu. Die Keyes Fibre Company war außerdem das erste Unternehmen, das Teller mit einer Unterteilung für unterschiedliche Beilagen herstellte.

Auf Grund der hervorragend stoßdämpfenden Eigenschaften von Faserform kam man 1931 auf den Gedanken, frische Eier in speziellen Faserformverpackungen zu lagern und zu transportieren. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte der Eierhöcker aus Holzschliffmaterial (siehe Kasten) für 30 Eier den Transport von Eiern zwischen Herstellern und Händlern.

In den Sechzigerjahren wurde die moderne Form des Eierkartons, inklusive Deckel mit praktischem Schnappverschluss, entwickelt. Diese revolutionäre Erfindung vereinfachte den Transport von Eiern erheblich und trug zu ihrem besseren Schutz bei. Zuvor wurden Eier lose verkauft und in Körben oder Papiertüten nach Hause getragen, wobei bis zu 30 Prozent der Eier zu Bruch gingen.

Heute hat sich Faserform nicht nur als Verpackungsmaterial besonders für Eier und andere empfindliche Lebensmittel wie Obst und Fleisch etabliert. Seine hohe Flexibilität und Formbarkeit machen das Material darüber hinaus für so unterschiedliche Produkte wie Neonröhren, Handys oder Rasierapparate zur idealen Verpackung.

Holzschliff, Faserform, Pappe... ?

Definitionen:

Pappe
ist ein aus Zellstoff oder Altpapier durch Zusammenkleben bzw. -pressen gefertigter Werkstoff für die Verpackungsindustrie. Von Pappe spricht man ab einem Flächengewicht von ca. 600 g/m² (ca. 1,5 mm Dicke), dünneres Material nennt man Karton.

Zur Herstellung von Holzschliff wird entrindetes Holz unter hohem Druck gegen einen Schleifstein gepresst, so dass die Faserbündel herausgerissen werden. Unter hohem Druck und Zugabe von Wasser entsteht so der Rohstoff für Papier oder Pappe. Heute werden zur Herstellung noch chemische Leime hinzugefügt.

Faserform wird zum überwiegenden Teil aus Altpapier hergestellt, das gereinigt, verdichtet und mit Hilfe von Wasser zu Verpackungen oder Schutzhüllen gepresst wird. Recyclingmaterial wird zur Herstellung von Faserformverpackungen verwendet, da man es später problemlos wieder recyceln kann.

Stellungnahmen zu Faserformverpackungen der EMFA

„Mit dem Eierkarton aus Faserform konnten wichtige Eigenschaften der Eierschale auch bei der Verpackung übernommen werden: Antibakteriell wirkende Gerbstoffe im Holz verhindern das Bakterienwachstum, Millionen von Mikroporen machen den Eierkarton atmungsaktiv, da sie für eine optimale Belüftung und Klimatisierung der Ware sorgen. Zusätzlich schützen die stoßdämpfende Wirkung des Materials sowie integrierte Pufferzonen vor einer Beschädigung der Schalen.“

„Obst- und Gemüseschalen aus porösem Fasergewebe absorbieren auftretende Feuchtigkeit (Obstwasser) und können mit verschiedenen Systemen versiegelt werden. So lassen sich Feuchtigkeit und Gashaushalt individuell regulieren. Die Folge: Für jede Frucht entsteht das optimale Mikroklima in der Verpackung, und alles bleibt länger frisch.“

„Faserformverpackungen werden aus recyceltem Material hergestellt. Dies erfüllt nicht nur die Anforderungen der Verpackungsindustrie, sondern wird auch der Umwelt gerecht. Verpackungen aus geformtem Papier verbessern auf Grund ihrer Umweltfreundlichkeit das Image von Produkt und Marke. Moderne Produktionstechnologien auf dem Gebiet der Faserform tragen nachhaltig zum Umweltschutz bei.“